Betriebsrente: So hilft dein Chef beim Sparen fürs Alter
Mit der Betriebsrente sparst du direkt vom Bruttogehalt, und dein Arbeitgeber legt etwas dazu. Wir erklären, wie das funktioniert, was du 2026 steuerfrei einzahlen kannst und worauf du achten solltest.

Die gesetzliche Rente wird für die meisten später nicht reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das ist keine neue Erkenntnis. Weniger bekannt ist, dass du die Lücke nicht allein schließen musst: Über die betriebliche Altersvorsorge zahlt dein Arbeitgeber mit, und Staat und Sozialversicherung entlasten dich zusätzlich.
So funktioniert die Betriebsrente
Bei der sogenannten Entgeltumwandlung wird ein Teil deines Bruttogehalts direkt in einen Vorsorgevertrag eingezahlt, bevor Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Dadurch fällt dein Nettogehalt deutlich weniger, als du einzahlst. Zahlst du zum Beispiel 100 € im Monat ein, fehlen dir netto je nach Steuerklasse oft nur rund 50 bis 60 €.
Dazu kommt der Arbeitgeber:
- Pflichtzuschuss: Spart dein Arbeitgeber durch deine Entgeltumwandlung Sozialabgaben, muss er mindestens 15 % deines Beitrags zusätzlich einzahlen.
- Freiwillige Extras: Viele Betriebe legen mehr drauf oder zahlen sogar komplett selbst ein. Fragen lohnt sich.
- Rechtsanspruch: Wer gesetzlich rentenversichert ist, hat grundsätzlich einen Anspruch darauf, Gehalt in eine Betriebsrente umzuwandeln. Dein Chef darf dir das also nicht einfach verweigern.
Wie viel geht 2026 steuer- und abgabenfrei?
- Steuerfrei: bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, 2026 also bis 8.112 € im Jahr (676 € im Monat).
- Sozialabgabenfrei: bis 4 %, 2026 also bis 4.056 € im Jahr (338 € im Monat).
Für die meisten Beschäftigten ist das mehr als genug Spielraum.
Was du wissen solltest
Wir sagen dir ehrlich auch die Kehrseite: Die spätere Betriebsrente ist steuerpflichtig, und es fallen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Außerdem sinkt deine gesetzliche Rente leicht, weil du auf den umgewandelten Teil keine Rentenbeiträge zahlst. Unterm Strich rechnet sich die Betriebsrente trotzdem für viele, vor allem wenn der Arbeitgeber gut dazuzahlt. Genau das sollte man aber im Einzelfall durchrechnen.
Wichtig ist auch, was bei einem Jobwechsel passiert. In der Regel kannst du den Vertrag mitnehmen oder beitragsfrei stellen. Das angesparte Geld geht nicht verloren.
Und nicht jeder Vertrag ist gleich gut. Schau dir an, welche Kosten anfallen und welche Leistungen am Ende garantiert sind, bevor du unterschreibst.
Neue Regeln durch die Reform
Mit dem zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz wird die Betriebsrente attraktiver. Arbeitgeber dürfen leichter eine automatische Entgeltumwandlung für die ganze Belegschaft einführen, gegen die man widersprechen kann. Für Geringverdiener wird die staatliche Förderung ab 2027 ausgebaut. Bist du selbst Arbeitgeber, kann das auch für deinen Betrieb interessant sein.
So gehst du vor
- In der Personalabteilung nachfragen: Gibt es schon eine Betriebsrente im Unternehmen, und was zahlt der Chef dazu?
- Unterlagen bereitlegen: Gehaltsabrechnung und, falls vorhanden, bestehende Verträge.
- Durchrechnen lassen: Wir zeigen dir, was dich die Betriebsrente netto kostet und was am Ende herauskommt.
Martin Smits ist Experte für betriebliche Altersvorsorge (DVA) und berät Beschäftigte und Betriebe hier am Niederrhein. Buch dir einfach online einen Termin – im Büro am Markt in Kalkar oder am Telefon.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Leistungen und Bedingungen hängen vom jeweiligen Tarif ab.



