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    Brauche ich überhaupt eine BU? – Was der Staat zahlt – und was nicht

    Die meisten denken bei Berufsunfähigkeit an einen schweren Unfall. In Wirklichkeit sind es viel öfter Krankheiten: der Rücken, die Psyche, das Herz. Das kann jeden treffen, auch mit Mitte dreißig.

    Die Frage ist dann ganz einfach: Wovon lebst du, wenn dein Einkommen wegfällt? Viele verlassen sich auf den Staat. Leider zahlt der weniger, als die meisten glauben.

    Kein Berufsschutz mehr vom Staat

    Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Berufsschutz mehr. Es zählt nicht, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst, sondern ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit schaffst.

    Der Staat zahlt dann nur noch die Erwerbsminderungsrente. Und die setzt einiges voraus: unter anderem, dass du lange genug in die Rentenversicherung eingezahlt hast.

    So funktioniert die Erwerbsminderungsrente

    • Volle Erwerbsminderungsrente: Du kannst in irgendeiner Tätigkeit weniger als drei Stunden täglich arbeiten.
    • Halbe Erwerbsminderungsrente: Du schaffst noch drei bis unter sechs Stunden täglich.
    • Keine Rente: Du kannst noch sechs Stunden oder mehr arbeiten – egal in welchem Job.

    Die Erwerbsminderungsrente reicht für die meisten bei weitem nicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Wie hoch sie bei dir wäre, steht in deiner Renteninformation.

    Berufsunfähig ist nicht erwerbsunfähig

    Ein Beispiel: Ein Dachdecker mit kaputten Knien kann nicht mehr aufs Dach. Am Schreibtisch könnte er aber noch sechs Stunden am Tag sitzen. Für den Staat ist er damit nicht erwerbsgemindert – eine Erwerbsminderungsrente bekommt er nicht.

    Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schaut dagegen auf deinen zuletzt ausgeübten Beruf. Kannst du ihn voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben, zahlt sie meistens. Gute Tarife verzichten außerdem darauf, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen, den du gar nicht ausübst.

    Wer eine BU besonders braucht

    • Berufseinsteiger, Azubis und Studenten: Sie haben bei der gesetzlichen Rente oft noch gar keinen Anspruch – und sind meist noch gesund.
    • Alle, die von ihrem Einkommen leben: Angestellte genauso wie Handwerker.
    • Familien und Alleinverdiener: Hier hängen mehrere Menschen an einem Einkommen.
    • Selbstständige: Sie haben oft gar keinen gesetzlichen Schutz.
    • Wer eine Immobilie finanziert: Der Kredit läuft weiter, auch wenn das Gehalt wegfällt.

    Wer eher keine braucht

    Wenn du genug Vermögen hast, um dein Leben auch ohne Arbeitseinkommen bis zur Rente zu finanzieren, brauchst du keine BU. Das trifft aber auf die wenigsten zu. Für Beamte gibt es eine eigene Lösung, die Dienstunfähigkeitsversicherung.

    Häufige Fragen

    Nein. Die Unfallversicherung zahlt nur nach Unfällen. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen aber durch Krankheiten. Als Ergänzung kann sie sinnvoll sein, als Ersatz nicht.

    Gerade jetzt ist der beste Zeitpunkt. Jung und gesund bekommst du meist die besten Bedingungen. Jede neue Diagnose kann später zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen.

    In deiner Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung steht, wie hoch deine volle Erwerbsminderungsrente heute wäre. Bring sie gern zum Termin mit.

    Geschrieben von Martin Smits und Marc Hülsken, deine persönlichen Versicherungsmakler in KalkarStand: Oktober 2026

    Allgemeine Informationen ohne Gewähr. Welche Leistungen gelten, richtet sich immer nach den Bedingungen des gewählten Tarifs.

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